Daily Musings: Zartes Herz
30. Januar 2009 von Donna
In den stürmischen Tagen der Jugend glauben wir, dass die Einsamkeit der große Schutz vor Risiken ist; das große Heilmittel für die Wunden des Kampfes. Das ist ein schwerer Fehler, und die Erfahrung des Lebens rät uns, dass dort, wo wir nicht in Frieden mit unseren Mitmenschen leben können, keine poetische Bewunderung noch künstlerisches Vergnügen besteht, die fähig wären, den Abgrund zu überbrücken, der sich tief in unserem Herzen auftut.
Ich hatte immer davon geträumt, in der Wüste zu leben, und jeder kindliche Träumer wird zugeben, irgendwann einmal das gleiche geträumt zu haben. Aber glaubt mir, Brüder: Wir haben ein zu zartes Herz, um ohne die anderen auszukommen. Und das Beste, was wir tun können, ist uns gegenseitig zu ertragen, denn wir sind diese Kinder, aus einem Schoß hervorgegangen, die einander belästigen, sich streiten uns sogar schlagen, die aber doch nicht getrennt voneinander leben können.
George Sand: Ein Winter auf Mallorca